Giovanni Turco



                                                                                                                      Vettweiß, 13.07.16

Notbremsung... Aufprall verhindert!

 

 

Liebe Leser/in,

 

im Alter von vier Jahren begann mein persönliches Debakel - ich erkrankte. Ich erkrankte an einer Krankheit, von der viele gar nicht wissen, dass sie eine ist - die Adipositas.

Bereits im Kindesalter habe ich aufgrund dessen unzählige Diäten durchgeführt, begleitet von unzähligen Mobbing -Attacken durch Gleichaltrige, Verwandte aber auch wildfremde Menschen. Die Adipositas breitete sich immer mehr aus, bei mir aber auch meiner Familie. Meine gesamte Jugend war von -für mich peinlichen Ausflügen in die XXXL- Abteilung bestimmter Läden geprägt, da jede andere Option bloß Looks in "Presswurst- Optik" für mich bereit hielt. Anfänglich vielversprechende Kuren und psychologische Behandlungen verschafften mir immer bloß einen Kurzzeit - Effekt von 5- 10 Kg, hinter denen sich allerdings stets mein guter Freund, der Jojo-Effekt versteckt hielt. 

 

Zeit der Veränderung

 

2007 fasste ich für mich persönlich den Entschluss: "So darf es nicht weiter gehen". Ich stellte den ersten Antrag auf die Kostenübernahme für eine Adipositas chirurgische Maßnahme - Leider Erfolglos.

Im Jahr 2011 heiratete ich und wurde Vater von einem wunderbaren Sohn. Wie werdende Väter nun mal sind, war auch ich "Mit-Schwanger" und erreichte ein Gewicht von 172 kg.

Zu viel für ein Leben in einer glücklichen Beziehung, zu viel um sich Wohl zu fühlen und vor allem zu viel um für meinen Sohn einen gesunden und motivierten Vater zu sein.

Also startete ich erneut den Versuch, zog Reha-Sport und Ernährungsberatung durch.

Trotz allem eine erneute Absage der zuständigen Krankenkasse.

 

Jahre später war meine zielstrebige Gewichtsabnahme erneut dem Jojo- Effekt erlegen. 

Im Oktober 2015 erhielt meine kleine Familie eine freudige Nachricht, unser zweites Kind soll sich im Juli 2016 zu uns gesellen.

Nach etwaigen Schock- Diagnosen im Vorjahr (u. A. Bluthhochdruck, Bandscheibenvorfall und Schlafapnoe), war mir klar, es muss sich was ändern- JETZT. Also führte ich erneut alle erforderlichen Maßnahmen durch und reichte im Februar diesen Jahres meinen mittlerweile dritten Antrag ein.

 

FINALE!

 

Zwei Wochen nach Antragsstellung kam die freudige Antwort der Krankenkasse. Ich war überwältigt. 

 

Am 02.05.2016 (mein persönlicher 2. Geburtstag) war es endlich soweit. Gegen 07:00 Uhr begann mein Weg in ein neues Leben.

 

Zu diesem Zeitpunkt brachte ich 180kg auf die Waage.

Zu Beginn fiel es mir schwer mich an die Unverträglichkeiten und Veränderungen einzulassen. Durch die Unterstützung von Familie und Freunden, gelang es mir allerdings schnell mich an die neue Situation zu gewöhnen.

Ca. 10 Tage nach dem Eingriff hatte ich bereits 15 kg abgenommen.  

Fasziniert von den lebensverändernden Auswirkungen und meiner neu gefassten Motivation entschloss mich eine eigene SHG zu gründen.

 

Ich fühle mich wie Neugeboren. Bis heute habe ich knapp 60Kg abgenommen. Heute wiege ich 117 Kg. Mein Ziel ist es unter die 100 kg zu kommen. Das erste mal nach langer Zeit zweistellige Zahlen auf der Waage sehen - mein ewiger Traum.


Danke an alle die trotz des ganzen Auf und Ab immer zu mir gehalten haben.

 

Ich möchte andere Menschen ermutigen, die Notbremse zu ziehen, so wie ich es getan habe. Egal für was man sich entscheidet, ob operativ oder auf konventionelle Art und Weise. Wichtig ist, den ersten Schritt zu wagen. Gemeinsam schaffen wir alles.

 

 

Giovanni Turco